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Man mag dazu stehen, wie man - eben - mag, dass ein Privatunternehmen anstelle einer feierlich eingerichteten Akademie zur Hebung der Sprachsitten die Schreibweisen festlegt. Und das alle paar Jahre auf's Neue, könnte man den Eindruck haben. Jedenfalls taugte die 24. Auflage des Duden nach einer kurzen Weile nur noch als Kaminanzünder. Wohl dem, der einen Kamin sein Eigen nennt! Sei's drum, zum schnellen Nachschlagen gibt es eine Onlinepräsenz der Dudenredaktion. 

http://www.duden.de/ 

 

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Freilich gibt es gewichtige Konkurrenz, wo der Markt regiert. Ein Muss für jede/n, der/die wissen möchte, wie es um die Herkunft eines Begriffs bestellt ist: die Anschaffung eines Kluge. Das etymologische Wörterbuch der deutschen Sprache ist für die Feinjustierung des eigenen Stils von großer Bedeutung. Und für Philosophen gilt sowieso: Wer einmal nicht weiter weiß, wirft einen Blick auf die Herkunft eines Wortes. Das ist zwar keine Garantie für gute Argumentation, schadet aber auch nicht. Ein Faksimile der 6. Auflage des Kluge von 1872 findet sich hier:

http://www.archive.org/stream/etymologisches00klug#page/n5/mode/2up

 

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Auch hilfreich ist der Wahrig - hier heißt es aber wie beim Kluge: Kaufen. Es gibt keine Onlineversion der je aktuellen Ausgabe. Allerdings bietet Brockhaus einen (kostenpflichtigen) Onlineservice zur Sprachberatung. Oder vielleicht doch zum Lektor?

 

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Von historischem Interesse ist selbstverständlich das Deutsche Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm, das uns die Universität Trier im Internet zugänglich macht - Danke!

 http://woerterbuchnetz.de/DWB/

 

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Nicht nur für Freunde deutscher Dichtkunst zwischen 1700 und 1900, sondern auch zur Prüfung poetischer Zitate sehr geeignet: Die Freiburger Anthologie. Sie erlaubt die Recherche über Autor, Titel, Entstehungsjahr, Erscheinungsjahr, Untertitel, Zyklus, Heruasgeber und Buchtitel. Der Witz liegt natürlich in der Volltextsuche. Damit eignet sich die Freiburger Anthologie hervorragend für ein Drinking-Game unter Germanisten. Übrigens gibt es eine Top 20, die im August 2012 zu 50% von Goethe-Abfragen dominiert wird. Dagegen setzen wir einen Ringelnatz:

 

Die Schnupftabaksdose

Es war eine Schnupftabaksdose,
Die hatte Friedrich der Große
Sich selbst geschnitzelt aus Nußbaumholz.
Und darauf war sie natürlich stolz.

 

Da kam ein Holzwurm gekrochen.
Der hatte Nußbaum gerochen.
Die Dose erzählte ihm lang und breit
Von Friedrich dem Großen und seiner Zeit.

 

Sie nannte den alten Fritz generös.
Da aber wurde der Holzwurm nervös
Und sagte, indem er zu bohren begann:
»Was geht mich Friedrich der Große an!«

 

Demnächst mehr...