infolgedessen oder infolge dessen?

Das Adverb infolgedessen ist in der zusammengeschriebenen Form nicht immer richtig. In alten Wörterbüchern taucht es sogar nur als nebenordnende konsekutive Konjunktion auf: infolge dessen.

 

Die Eselsbrücke: Probieren Sie anstelle von infolgedessen deshalb einzusetzen. Funktioniert der Satz immer noch, schreiben Sie zusammen.

 

Beispiel: Wir gerieten auf dem Weg zum Flughafen in einen Stau, infolgedessen/deshalb verpassten wir den Flug.

 

In Satzgefügen, in denen deshalb keine passende Ersetzung darstellt, müssen Sie getrennt schreiben.

 

Beispiel: Der Stau, infolge dessen wir den Flug verpassten, warf unseren Zeitplan über den Haufen.

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freihalten oder frei halten?

Kommt drauf an! Wenn der eine Bauer den anderen Bauern freihält, gibt er ihm einen im Wirtshaus aus. Mit seinen Hühnern kann er das vermutlich nicht, aber er kann sie frei halten, damit sie frei laufen können und und als frei lebende Hühner glückliche Eier legen... Oder wenn er mit einem großen roten Schild darauf hinweist, dass die Einfahrt zum Hühnerhof bitte frei zu halten ist. Eh klar: Man kann der Einfahrt ja keinen Schnaps spendieren, höchstens dem Bauern, der sie nutzt, womit wir wieder im Wirtshaus wären.

Bei den konkreten Bedeutungen des Adjektivs frei ist in Kombination mit halten, geben, laufen, lassen und sein getrennt zu schreiben und nach Empfehlung der Dudenredaktion soll auch machen alleine stehen. Sie können sich aber auch weiterhin beim Arzt freimachen - nach ausdrücklicher Aufforderung, versteht sich! Allerdings soll der Bauernhof nach Ansicht der Dudenredaktion frei stehen, also konkret ohne Nachbarhäuser rechts und links an der Mauer. Darf aber auch weiterhin freistehen, das ist Ihnen also freigestellt (hier lässt frei sich allerdings nicht frei stellen).

Bei übertragener Bedeutung der Kombination mit frei hingegen sollten Sie zusammenschreiben: freisetzen = entlassen, freistellen = jmd. die Entscheidung überlassen und eben freihalten, also dem Bauern ein Bier (und einen Korn!) ausgeben. Wenn Sie jetzt verwirrt sind, trinken Sie ein Bier und einen Korn, das macht eine lüttje Lage, und dann prägen Sie sich diese Faustregel ein:

"Außer bei übertragener Bedeutung immer getrennt schreiben!"

Na dann: Prost, Ihr freischaffenden Bauern!

 

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Word 2007 - Leerzeichen gelöscht?!?

MS Word 2007: Gelöschte Leerzeichen rund um Satz- und Sonderzeichen.
MS Word 2007: Gelöschte Leerzeichen rund um Satz- und Sonderzeichen.

Es kommt vor, dass ein Word-Dokument, das in der Version Word 2010 erstellt worden ist, beim Öffnen in der Version 2007 unregelmäßig Leerzeichen löscht und somit die Worte zusammenzieht. Die automatische Korrektur erkennt das aber nicht immer und unterkringelt diese neuen Wortungetüme dementsprechend nicht.

 

Folgen:

1. Bei einem umfangreichen Dokument führt dies zu erheblichen Nachkorrekturen = Kosten!

2. Die Korrekturen können ohne Updates nur unter MS Word 2007 vorgenommen werden, sonst beginnt das Spiel von Neuem!

 

Das Textbureau Strauß arbeitet mit Word 2010 und möchte natürlich, dass seine Klienten etwas mit den korrigierten, lektorierten oder neu erstellen Word-Dateien anfangen können. Daher gilt: Benutzer der Version 2007 sollten unbedingt alle Updates (z. B. über Windows Update) für ihr Word bzw. ihr MS Office installieren. Schaut der ungewollte Leerzeichenlöschteufel auch bei Ihnen vorbei, könnte der folgende Kommentar von Microsoft helfen:

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aufwändig von Aufwand oder aufwendig von aufwenden?

In der Facebook-Gruppe des Belles Lettres-Blogs trug sich eine kleine Diskussion zu, ob und warum es aufwändig oder aufwendig heißen müsse. Überwiegendes Urteil: Es handle sich um die abgeleitete Form eines ursprünglichen Begriffs - was die Diskussion logisch auf die Frage verschiebt, ob aufwenden oder Aufwand das ältere Wort sei.Eine missliche Vorgehensweise, denn Geschichte wird im Zweifelsfall von Siegern geschrieben, n'est-ce pas?

 

Hier ließe sich einwenden (und nicht einwänden, trotz des Einwands), dass Aufwand selbst schon im Verdacht stehen könnte, eine abgeleitete Form des Verbs aufwenden zu sein, gesetzt den Fall, dass die Verwendung (und nicht Verwändung, obwohl das verwandt klingt) des Verbs der Substantivbildung vorweg gegangen ist. Doch weiß man's? Eine unfruchtbare Vorgehensweise!

 

Belles Lettres klärt die Sache auf unter Verweis auf §13 der Amtlichen Rechtschreibung 2006: Wird eine Grundform mit a geschrieben, schreiben sich flektierte und abgeleitete Wörter mit ä. Ex negativo: Darum nicht einwänden, verwänden etc., weil es sich um Flexionen von Wende und nicht Wand handelt. Es gibt keine Grundform mit a.

 

Also Kälte statt - Gott bewahre! - Kelte wegen kalt, Bänder wegen Band etc. Aber was ist nun mit aufwendig und aufwändig? Beide Schreibwesen sind korrekt. Die Duden-Redaktion

empfiehlt aufwendig - mit dem Hinweis auf die Grundform aufwenden. Nun gibt es jedoch auch die Grundform Aufwand - und die Amtliche Rechtschreibung fragt nicht nach der urspünglicheren Form (die ohnehin nicht bis ins Letzte nachzuvollziehen ist), sondern nach der schieren Existenz einer Grundform mit a. Es heißt nämlich nicht,

 

"wenn die Grundform mit a geschrieben wird", sondern

"wenn es eine Grundform mit a gibt".

 

Und siehe da: Die letzte Rechtschreibreform hat also durchaus mehr Regelkonformität mit sich gebracht:

Stängel nach Neuer Rechtschreibung (regelgemäß) von Stange statt Stengel aus dem Germanischen abgeleitet von stingen, steingil - aber wer könnte sich daran orientieren?

 

Mehr darüber bei Belles Lettres.

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Genus und Numerus, oder: Nehmen Sie ruhig ein Verb mehr.

Welcher Satz ist grammatikalisch korrekt formuliert, welcher nicht?

"Die Begutachtung kann abgeschlossen und die Ergebnisse veröffentlicht werden."

"Viele Menschen werden ihren Glauben an die Politik verlieren  und jeder Einzelne wird sich fragen, ob er zur Wahl gehen soll."

Der zweite Satz ist in Ordnung, der erste allerdings nicht - warum? Die Subjekte des ersten  Satzes ("Begutachtung", "Ergebnisse") sind von unterschiedlichem Numerus (Einzahl und Mehrzahl) und lassen sich daher nicht mit ein und demselben Prädikat ("kann") verknüpfen.

Korrekt muss der erste Satz daher lauten:

"Die Begutachtung kann abgeschlossen und die Ergebnisse können veröffentlicht werden."

Unelegant sind sie übrigens beide, aber das ist ein anderes Thema.

 

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